Wer eine Immobilie verkaufen oder neu vermieten möchte, kommt am Energieausweis meist nicht vorbei. Der Bedarfsausweis gilt dabei als besonders aussagekräftig, weil er nicht das individuelle Heizverhalten früherer Bewohner bewertet, sondern den rechnerischen Energiebedarf des Gebäudes. Grundlage sind unter anderem Bauweise, Dämmstandard und Anlagentechnik. Gerade bei älteren Wohnhäusern kann diese Form des Energieausweises gesetzlich vorgeschrieben sein. Für Eigentümer lohnt es sich deshalb, frühzeitig zu klären, welcher Ausweis benötigt wird und was seine Kennwerte für Interessenten bedeuten.
Welche Art von Energieausweis benötigen Sie? Ein Überblick über die gesetzlichen Bestimmungen
Es gibt zwei Hauptarten von Energieausweisen: den Bedarfsausweis und den Verbrauchsausweis. Die Wahl des richtigen Ausweises hängt vom jeweiligen Gebäude ab. „Für Wohngebäude mit weniger als fünf Wohneinheiten, deren Bauantrag vor dem 1. November 1977 gestellt wurde, ist in der Regel ein Bedarfsausweis erforderlich“, erklärt Karsten Schrick, Immobilienberater aus Ahrensburg. Eine Ausnahme gilt, wenn das Gebäude bereits bei Fertigstellung oder später mindestens die Anforderungen der Wärmeschutzverordnung von 1977 erfüllt hat. Bei anderen bestehenden Gebäuden kann unter bestimmten Voraussetzungen auch ein Verbrauchsausweis ausgestellt werden. Beim Verkauf oder bei einer Neuvermietung muss grundsätzlich ein gültiger Energieausweis vorliegen, es sei denn, eine gesetzliche Ausnahme greift. Neubauten erhalten immer einen Bedarfsausweis, und auch bei wesentlichen Änderungen am Bestand kann ein neuer Bedarfsausweis notwendig sein.
Von der Bausubstanz bis zur Heizung: Erstellung des Bedarfsausweises
Der Bedarfsausweis bewertet rechnerisch die energetische Qualität eines Gebäudes. Dabei werden Bauteile wie Außenwände, Dach, Fenster sowie Heizungs- und Warmwasseranlagen berücksichtigt. „Entscheidend ist nicht das bisherige Heizverhalten der Bewohner“, so Schrick weiter, „sondern wie viel Energie das Gebäude unter standardisierten Bedingungen voraussichtlich benötigt.“ Dazu werden Gebäudedaten und technische Unterlagen herangezogen und auf ihre Plausibilität geprüft. Der Bedarfsausweis ist besonders nützlich, wenn Verbrauchswerte fehlen oder durch Leerstand verfälscht sind.
Wie Kaufinteressenten den Bedarfsausweis interpretieren können
Der Ausweis gibt Aufschluss über den berechneten Endenergiebedarf und ordnet Wohngebäude einer bestimmten Energieeffizienzklasse zu. Er enthält zudem Informationen zum Baujahr sowie zu Energieträgern und Anlagentechnik; Empfehlungen zur Verbesserung der Energieeffizienz können ebenfalls enthalten sein. „Für Kaufinteressenten bietet dies eine bessere Vergleichbarkeit des energetischen Zustands verschiedener Immobilien“, sagt Schrick. Hohe Energiebedarfswerte können auf Modernisierungspotenzial hinweisen, während niedrigere Werte für eine gute energetische Ausgangslage sprechen könnten. Dennoch ersetzt der Ausweis weder eine technische Begutachtung noch eine detaillierte Kostenschätzung für mögliche Renovierungen.
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Hinweise
In diesem Text wird aus Gründen der besseren Lesbarkeit das generische Maskulinum verwendet. Weibliche und anderweitige Geschlechteridentitäten werden dabei ausdrücklich mitgemeint, soweit es für die Aussage erforderlich ist.
Rechtlicher Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Steuer- oder Rechtsberatung im Einzelfall dar. Bitte lassen Sie die Sachverhalte in Ihrem konkreten Einzelfall von einem Rechtsanwalt und/oder Steuerberater klären.
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